Die NWZ berichtet am 02.12.2016 …

Auszeichnung:

„Gutes Arbeitsklima spricht sich herum“

Maler Koopmann überzeugt Jury des Niedersächsischen Wirtschaftspreises

Text/Bild: Henning Bielefeld

Malermeister Marcel Koopmann auf einer Baustelle in Rodenkirchen mit dem Ausbilder und Vorarbeiter Patrick Bruns und mit Jörg Jarmuzewski (von links)

Das Rodenkircher Unternehmen erhielt einen von drei Preisen in der Sparte Handwerk. Zum Preis gehört ein Video über einen Mitarbeiter.

Rodenkirchen Exakt 1 Minute und 54 Sekunden dauert das professionelle Video mit Patrick Bruns als Hauptdarsteller. Der Maler und Lackierer hat nur ein Thema: das tolle Team bei seinem Arbeitgeber Marcel Koopmann. Das Wirtschaftsministerium in Hannover hat die Dreharbeiten bezahlt, denn der Rodenkircher Malerbetrieb Koopmann gehört zu den drei Handwerksbetrieben, die in diesem Jahr den Niedersächsischen Wirtschaftspreis gewonnen haben. In diesem Jahr ging es um Konzepte für die langfristige Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen. „Das ist ein schwieriges Thema“, sagt Marcel Koopmann selbst. Das heißt aber nicht, dass er den Kopf in den Sand steckt. Im Gegenteil: Er trägt ihn hoch erhoben und zeigt überall ein freundliches Gesicht. Dabei nutzt er auch konsequent Plattformen im Internet, etwa Facebook. Das hilft, wie der Inhaber betont: „Wir sind bekannter geworden, und deshalb bekommen wir seit einiger Zeit auch mehr Bewerbungen.“ In diesem Jahr hat er zwei Auszubildende eingestellt, für nächstes Jahr hat er auch schon zwei. Doch Reklame alleine hilft nicht weiter, sie muss auch der Realität entsprechen, wie Marcel Koopmann weiß: „Es spricht sich herum, wenn das Arbeitsklima gut ist.“ „Bei uns läuft alles Hand in Hand, wir verstehen uns einfach“, sagt Patrick Bruns in dem Video über das Arbeitsklima. 2009 fing er als Auszubildender zum Maler und Lackierer bei Koopmann an. In dieser Zeit durfte er Tagungen und Seminare besuchen – etwa zum Thema Schimmel. 2012 wurde er übernommen, 2013 erhielt er den Ausbildereignungsschein, in diesem Jahr legte er in Hamburg die Vorarbeiterprüfung ab. Eine ganz besondere Vergünstigung bekam vor gut drei Jahren der Umschüler Dirk Heidemann: Der damals 44-Jährige durfte zu einem Austausch in die norditalienische Stadt Vicenza fahren, die für ihre Renaissance-Malereien berühmt ist. Doch auch im Alltag bemüht sich Marcel Koopmann um ein gutes Betriebsklima, wie er sagt: „Wir reden viel miteinander. Jeder hat seinen Freiraum, jeder hat seine eigene Baustelle, die er leitet.“ Dazu kommen gemeinsame Unternehmungen wie Grillfeste oder Ausflüge. Marcel Koopmann ist Feuer und Flamme für seinen Beruf. Der 37-Jährige hat den Betrieb vor zehn Jahren in sechster Generation übernommen. Gründer war 1839 sein Urahn Hermann Koopmann. Heute beschäftigt das Unternehmen 16 Mitarbeiter, darunter 5 Auszubildende – davon wieder je einen in Elternzeit und in Teilzeit. Marcel Koopmann faszinieren die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die sein Beruf bietet: „Ich komme in einen tristen Raum, und wenn ich wieder rausgehe, ist er total verändert.“ Die Arbeitsgebiete reichen von der Fassade über die Decke bis zum Fußboden. Es war im Mai, als Marcel Koopmann auf den Wirtschaftspreis aufmerksam wurde. Er beantwortete die zehn Fragen – und wurde Ende August als einer von drei Handwerksbetrieben im Lande von einer Jury auserwählt. In der vergangenen Woche fuhr er in Kongresszentrum Hannover, wo Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies ihm den Preis überreichten. Mit dabei: seine Frau Gaby. Und selbstverständlich Patrick Bruns mit seiner Lebensgefährtin Katrin Simon. Das Video ist zu finden bei Youtube sowie auf der Hompage des Unternehmens unter   www.maler-koopmann.de